Jammerst du noch oder relaxt du schon?

Die Glückszeit. Für dich. Für dein Kind.

Entspannung. Auf einer Insel im Pazifik mit kühlen Drinks, Sonnenschein und ganz viel Ruhe. Purer Luxus und nur Verwöhnen. Erlebst du das auch täglich?

Nein? Gut, dann geht’s dir genauso wie mir. Stattdessen verbringe ich momentan viel Zeit damit unsere Wohnung vor dem größten Chaos zu bewahren, Essen zu kochen, die Kinder zu betreuen, die Wäsche zu waschen und mich selbst noch etwas fortzubilden. An manchen Tagen fall ich abends in Bett und frage mich, wo bin ich denn heute eigentlich geblieben? Hab ich eine Pause für mich gehabt?

Doch was heißt eigentlich Pause?

Pau·se:
kürzere Unterbrechung einer Tätigkeit, die der Erholung, Regenerierung o. Ä. dienen soll

Eine kürzere Unterbrechung? Genau das. Doch oftmals schwebt in unseren Köpfen ein bestimmtes Bild von Pause: Am liebsten auf der Couch sitzend, ungestört und voller Ruhe – am besten ne Stunde lang.

Mit Kindern ist so eine Zeitspanne undenkbar. Aber auch nicht notwendig. Denn laut Definition reicht schon eine kurze Auszeit. Wenn wir sie auch als solche bewusst wahrnehmen. Mir persönlich passiert es ganz oft, dass ich in Gedanken schon die nächsten Schritte, die nächsten Erledigungen plane anstatt mich auf den Moment zu konzentrieren.

Was kann ich also tun?

Den Moment wahrnehmen und mit allen Sinnen erfahren. Um das zu üben, stell dir einen Wecker. Auf fünf oder 10 Minuten.

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Setz dich dann hin. Oder bleib stehen. Lauf umher. Leg dich hin. Es ist ganz gleich und unbedeutend. Trink eine Tasse Kaffee oder Tee. Iss ein Stück Schokolade. Schau dir ein scjönes Bild oder ein Foto an. Streichel deine Katze oder nimm einen Igelball in die Hände. Hör deine Lieblingsmusik. Tanz. Sing. Genieß die Stille. Atme.

Ganz egal was du tust. Sei bewusst mit deiner Aufmerksamkeit auf die Sache konzentriert.

Ein Beispiel mit Tee: Fühl die Wärme, riech den Duft, betrachte die Farbe, schmecke das Aroma, hör das Wasser beim Aufgießen. Nimm bewusst den ersten Schluck.

Und ich weiß aus eigener Erfahrung, welche Herausforderung es mit kleinen Kindern ist, den eigenen Tee noch warm zu trinken.

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Doch wenn du einen Tee trinken willst, dann tu es bewusst. Wenigstens einmal am Tag. Und du wirst merken, dass die restlichen Dinge auf deiner To Do Liste 5 Minuten warten können. Und auch ein kleines Kind kann mithilfe einer Sanduhr oder eines Weckers gezielt verstehen, jetzt ist Mama’s Glückszeit und du bist im Bereich Selbstfürsorge ein großes Vorbild.

Wenn du etwas geübter bist, kannst du diese kleinen Momente immer wieder und überall nutzen. Wenn dein Kind versonnen im Garten einen Käfer beobachtet, wenn es in ein Spiel vertieft ist oder ihr gemeinsam einen Kuchen backt. Sei wachsam wie ein neutraler Beobachter und versuch mit verschiedenen Sinnen wahrzunehmen. Was hörst du? Was siehst du? Was riechst du? Was fühlst du? Was schmeckst du?

Was wirst du heute noch in deiner Glückszeit machen und bewusst genießen?

Herzlichst deine Claudia

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…Beim nächsten Mal erzähl ich dir dann mehr über die Glückszeit deines Kindes.

Glückszeit für dein Kind

Oder wie ihr Zwei eine schöne Zeit miteinander habt

Nachdem ich dir schon erzählt habe, wie du deine Glückszeit mithilfe einer Sanduhr und mehr Bewusstsein in deinen Tag integrieren kannst, möchte ich mit dir heute diese Idee auf dein Kind übertragen.

Natürlich wird dein Kind nicht sagen: „Mama; ich brauch jetzt 5 Minuten in denen ich in Ruhe meinen Tee trinken kann.“ Aber auch dein Kind benötigt etwas bestimmtes um seine Energiespeicher aufzufüllen:

Deine Zeit und volle Aufmerksamkeit.

Und genauso meine ich das auch. Denn ich gehe davon aus, dass du viel Zeit mit deinem Kind verbringst – aber was tust du noch nebenbei? Bist du vollends mit deiner Tätigkeit und deinen Gedanken bei deinem Kind? Oder planst du in Gedanken den nächsten Einkauf, das Abendessen, welche Wäsche du noch in die Waschmaschine stecken oder aufhängen musst? Schaust du auf dein Smartphone oder schreibst du ’nur mal eben schnell‘ noch eine Nachricht? Checkst noch deine Emails?

Versteh mich nicht falsch – all dies ist völlig in Ordnung. Dein Leben soll und muss sich nicht in jeder Minute um dein Kind drehen. Wir alle haben Verpflichtungen oder wollen bestimmte Dinge erledigen. Doch darum geht es auch nicht. Sondern darum, deinem Kind deine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Es spürt ziemlich deutlich ob du bei der Sache bist oder nicht.

Wie also kann es gehen?

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Nutze auch hier symbolisch die Sanduhr. Oder stelle einen Wecker. Dann kündige deinem Kind an, dass du nun 15 Minuten (oder mehr oder weniger) nur mit deinem Kind nach seinen Vorstellungen spielst und seine Glückszeit beginnt. Lass dich von deinem Kind führen und tauche ein in eine neue Welt. Versuche all die anderen Gedanken wie „Ich muss … noch tun/erledigen“ aus deinem Kopf zu streichen und ganz bei deinem Kind zu sein. Dein Kind wird dich spüren und dankbar sein. Versuche dabei Geschehnisse nicht zu hinterfragen und das Wort Nein möglichst zu vermeiden.

Klingelt der Wecker oder ist die Sanduhr durchgelaufen, beende mit deinen Worten diese Zeit und kündige einen neuen Termin dafür an. Wenn du wahrhaftig bei deinem Kind war, hat es seinen Energiespeicher aufgefüllt und kann ein paar Minuten für sich spielen. Dann kannst du dich anderen Dingen widmen. Deinem Tee zum Beispiel.

Am Besten wiederholst du die Glückszeit regelmäßig .

Es wird eure Beziehung stärken. Du lernst durch dein Kind mehr im Hier und Jetzt zu sein. Es füllt Energiespeicher auf. Du verstehst dein Kind besser. Du tauchst in seine Gedankenwelt ab.

Die Glückszeit kann selbstverständlich auch einen anderen Namen bekommen, wenn du magst. Und die zeitlichen Abstände können variieren. Wie es für euch gut passt.

Wenn du jetzt denkst, mit einem Kind ok; aber mit zwei oder mehreren Kindern geht das nicht. Das stimmt je nach Alter deiner Kinder – zumindest nicht allein. Dann such dir Unterstützung: dein Mann, die Oma, die Nachbarin passt in der Zeit auf das andere Kind auf und dann wird gewechselt.

Denn alle Kinder wollen exklusive Glückszeit mit Mama oder Papa.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und ganz viele neue Erkenntnisse. Was hast du bei dir und deinem Kind festgestellt?

Herzlichst,

Claudia

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