Raus aus der Überforderungsfalle

Raus aus der Überforderung

 

Rein in die Leichtigkeit als Mutter

 

Manchmal habe ich es einfach nur satt. Ich fühle mich wie die Dienerin in meiner kleinen Welt. Ich habe das Gefühl, ich bücke mich ständig. Hebe einen Legoklotz auf. Den nächsten. Und noch einen. Dann finde ich eine Reiswaffel, halb gegessen. Die Socken quer im Raum verteilt. Dort ein Auto. Drüben ein Dino. Kinderspielzeug überall.

Egal wohin mein Auge auch blickt, es herrscht das reinste Chaos. Gefühlt habe ich vor zwei Minuten erst alles aufgeräumt. Gestaubsaugt und den Boden frei gehabt von Spielzeug, Essensresten und Wäsche. Doch dieser Moment war nur kurz. Jetzt sieht es wieder aus, als wäre eine Bombe explodiert.

Ich werde wütend. Ärgere mich. Drehe mich im Kreis und lasse innerlich einen Schrei los. „Das kann doch nicht wahr sein!“, brülle ich. Und lasse eine Schimpftirade los. Gefolgt vom schlechten Gewissen.

Doch was war passiert? Wie konnte es dazu kommen?

Ausgepowert. Ganz einfach. Über die eigene Grenze gegangen. Meine Bedürfnisse nicht beachtet. Meinen Körper ignoriert. Und mich dann über Kleinigkeiten aufgeregt. Weil ich nicht mehr konnte. Und mir nicht mehr anders zu helfen wusste.

Geht es dir auch manchmal so?

Ein weitverbreitetes Phänomen unter Frauen und Müttern im Speziellen.

Alle anderen zuerst.

Unsere Vorstellung von Müttern und die Gedanken zu diesem Rollenbild in unserer Gesellschaft beinhalten neben selbstverständlichem Mutterglück leider auch die völlige Selbstaufgabe. Die Kinder haben Vorrang. Der Partner, die Schwiegermutter und die Nachbarin auch. Die Freundin, die Kollegin und der Hund ebenfalls. Wenn dann noch ein bisschen Zeit vom Tag übrigbleibt (was so gut wie nie der Fall ist), dann dürfen auch Mütter sich mal setzen. Mit schlechtem Gewissen: „Man muss ja noch was schaffen“.

Mütter haben nie Feierabend.

Sie arbeiten 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 356 Tage im Jahr. Ununterbrochen. Bis sie eine Krankheit befällt, die sie aber tapfer überspielen. Es muss ja schließlich einer die Kinder hüten.

Ständig dreht sich das Gedankenkarussell. Es wird organisiert, geplant, gekocht, geputzt, geräumt, gespielt, gesungen, getröstet und geweint. Eine schier unmenschliche Aufgabe.

Wie soll eine Person dies alles allein bewältigen?

In unseren Breitengraden und unserer heutigen Gesellschaft fehlt Familien und besonders Müttern die Unterstützung. Finanziell und sozial. Doch als wäre das noch nicht genug, setzen sie sich selbst noch besonders gegenseitig unter Druck. Wie kann es sein, dass Mütter sich lieber gegenseitig überbieten wollen und zeigen müssen, wie weit ihre Kinder schon entwickelt sind als sich zu verbünden und gegenseitig unterstützen? Die ungeschönte Wahrheit zeigen. Dass es eben nicht möglich ist, die Wohnung oder das Haus immer blitzblank und hygienisch einwandfrei sauber zu halten. Dass es nicht geht, immer Bio und natürlich frisch zu kochen. Das nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Nein. Es gibt sie nicht, die perfekte Familie. Und auch nicht die perfekte Frau und Mutter.

Es ist schier unmöglich.

Warum aber halten wir dann an dem Unmöglichen fest?

Warum laufen wir auf dem Zahnfleisch und wahren nach außen hin den Schein?

Wir wollen dazu gehören. Teil der Gesellschaft sein. Anerkennung erhalten. Wertschätzung erfahren.

Diese Spannung zwischen Autonomie und Zugehörigkeit begleitet uns ein Leben lang. Schon als Kinder spüren wir den Drang, die Welt mit unseren eignen Augen erfassen und erfahren zu wollen. Eigene Entscheidungen zu treffen. Eigene Fehler machen zu dürfen. Doch wir werden geprägt von Regeln und Normen. Alles im Namen von Erziehung.

Doch Kinder sind abhängig, sie können sich nicht selbst versorgen. Sie sind auf uns angewiesen. Also beugen sie sich unseren Vorgaben. Unterwerfen sich. Weil sie dazu gehören wollen und uns brauchen. Dort also beginnt schon der Teufelskreis zwischen eigener Wahrnehmung und Außensteuerung.

Ich höre schon den Einwurf: „Aber wir leben doch in einer Gesellschaft. Wir brauchen Regeln.“ Sicherlich brauchen wir das.

Doch die Frage, die wir uns stellen sollten, ist doch – zu welchem Preis? Und in welchem Ausmaß? Muss ich meinem Kind zuhause etwas verbieten, das mir persönlich völlig schnuppe ist, nur weil ‚man‘ es so macht? Muss mein Kind die Hand geben, wenn es das partout nicht möchte? Muss mein Kind zur Frühförderung, damit es den Erziehern nicht mehr zur Last fällt und lernt, sich ‚normal‘ zu verhalten?

All diese Entscheidungen haben einen Einfluss darauf, welches Selbstbild wir bekommen. Wie wir aufwachsen. Wie du und ich uns als Frauen sehen. Als Mütter. Als Partnerinnen. Als Töchter.

Wenn es mir vorgelebt wurde und ich immer gelernt habe, dass Frauen kochen und den ganzen Haushalt schmeißen, dann werde ich das selbst in den allermeisten Fällen dies auch so tun. Auch wenn ich es vielleicht gar nicht will. Wenn ich gelernt habe, Kindererziehung sei anstrengend, dann wird es das auch sein. Selbsterfüllende Prophezeiungen. Diese Erfahrungen sind alle unterbewusst gespeichert und prägen uns.

Doch was soll ich nun tun?

Jammern? Den Kopf in den Sand stecken? Glauben, dass ich alles allein lösen muss? Im außen nach Anerkennung für meine Leistung betteln?

Nein.

Es steckt in dir.

Du hast die Wahl.

Immer.

Du hast die Wahl, dich zu entscheiden. Wie du dich selbst siehst. Welchen Weg du gehen möchtest.

Was ist dein Selbstbild?

Ich persönlich habe lange geglaubt, dass ich für alles verantwortlich bin. Und sein wir mal ehrlich, seit mein Großer geboren ist, habe ich alles an mich gerissen. Angefangen von der Essenszubereitung über die Schlafbegleitung bis hin zu den Aktivitäten am Wochenende. Natürlich war ich zu Beginn viel allein. Und ja, mein Sohn und ich wurden ein eingespieltes Team. Das konnte der Papa gar nicht verhindern, wenn er tagsüber arbeiten war. Doch ich glaubte auch lange genug, dass ich es sowieso besser weiß. Ich kenne doch schließlich unseren Sohn besser. Ich weiß, was er braucht.

Ich glaube, dass wir Frauen es unseren Männern auch manchmal schwer machen.

Kannst du loslassen und deinen Mann das Bad so putzen lassen, wie er es für richtig hält? Oder gibst du ihm genaue Anweisungen, wie er es zu tun hat? Kannst du deinen Mann einkaufen lassen oder hast du ihm den Einkaufszettel schon vorgeschrieben, weil du ‚weißt‘, dass er sowieso die Hälfte vergisst? Kannst du deinen Mann die Wochenendplanung überlassen oder weißt du schon ganz genau, was ihr tun wollt? Kannst du deinen Mann die Spülmaschine so einräumen lassen, wie er es für richtig hältst oder räumst du sie dann sowieso nochmal um?

Ich nicht. Ich ertappe mich oftmals dabei, vieles im Kopf schon genau geplant zu haben. Und 100 Lösungsmöglichkeiten, wenn irgendwas nicht passt. Das Loslassen fällt mir schwer.

Und dann kommen die Vorwürfe. „Du hilfst mir nicht. Immer muss ich alles allein machen. Nicht mal den Müll bringst du heraus.“ Und so weiter.

Dabei möchte ich doch einfach nur mal hören: „Danke Schatz. Ich sehe, was du heute alles geschafft hast.“ Eine Art von Anerkennung. Wertschätzung für meine Arbeit. Ob ich nun zuhause bin und die Kinder allein versorge oder berufstätig bin und den Laden dazu noch schmeiße. Völlig egal. Jede Frau und Mutter hat es verdient, eine Wertschätzung zu bekommen.

Doch ist es vielleicht auch möglich, mir selbst Wertschätzung zu geben? Und mich dazu noch zu hinterfragen, ob ich denn auch bereit bin, bestimmte Gewohnheiten loszulassen? Und lieber die Zeit zu nutzen, die entstehen kann? Für mich ganz allein? Den Partner oder die Kinder die Spülmaschine einräumen zu lassen. Den Boden zu fegen. Ganz egal. Und nicht dabei zu denken: „Jetzt muss ich es ja doch noch einmal alles selbst machen.“

Dann brauch ich mich auch nicht beschweren.

Was also tun?

Bei dir anfangen.

Du bist der Schlüssel.

Immer.

Wenn du dich entscheidest, von deinen Gewohnheiten, deinen bisherigen Erwartungen und deinem Selbstbild Abschied zu nehmen, brauchst du keine Anerkennung und Wertschätzung mehr im Außen. Dann kannst du es dir selbst geben. Weil du selbst weißt, wie wertvoll du bist und was du Großartiges leistest. Und weil du für dich einstehen kannst. Du wirst loslassen und abgeben können und dadurch Freiheit für dich gewinnen. Du wirst Dinge einfordern, weil du selbst klar bist. Du wirst delegieren, aber nicht herrschen.

DU hast die Wahl.

Welche Entscheidung triffst du?

Was denkst du momentan über dich und deine Rolle als Frau? Als Mutter? Als Partnerin? Wie sind deine Gedanken und welche Erwartungen hast du? Hinterlasse mir gern einen Kommentar.

Alles Liebe

Claudia

Raus aus der Überforderungsfalle

 

Rein in die Leichtigkeit als Mutter

 

Manchmal habe ich es einfach nur satt. Ich fühle mich wie die Dienerin in meiner kleinen Welt. Ich habe das Gefühl, ich bücke mich ständig. Hebe einen Legoklotz auf. Den nächsten. Und noch einen. Dann finde ich eine Reiswaffel, halb gegessen. Die Socken quer im Raum verteilt. Dort ein Auto. Drüben ein Dino. Kinderspielzeug überall.

Egal wohin mein Auge auch blickt, es herrscht das reinste Chaos. Gefühlt habe ich vor zwei Minuten erst alles aufgeräumt. Gestaubsaugt und den Boden frei gehabt von Spielzeug, Essensresten und Wäsche. Doch dieser Moment war nur kurz. Jetzt sieht es wieder aus, als wäre eine Bombe explodiert.

Ich werde wütend. Ärgere mich. Drehe mich im Kreis und lasse innerlich einen Schrei los. „Das kann doch nicht wahr sein!“, brülle ich. Und lasse eine Schimpftirade los. Gefolgt vom schlechten Gewissen.

Doch was war passiert? Wie konnte es dazu kommen?

Ausgepowert. Ganz einfach. Über die eigene Grenze gegangen. Meine Bedürfnisse nicht beachtet. Meinen Körper ignoriert. Und mich dann über Kleinigkeiten aufgeregt. Weil ich nicht mehr konnte. Und mir nicht mehr anders zu helfen wusste.

Geht es dir auch manchmal so?

Ein weitverbreitetes Phänomen unter Frauen und Müttern im Speziellen.

Alle anderen zuerst.

Unsere Vorstellung von Müttern und die Gedanken zu diesem Rollenbild in unserer Gesellschaft beinhalten neben selbstverständlichem Mutterglück leider auch die völlige Selbstaufgabe. Die Kinder haben Vorrang. Der Partner, die Schwiegermutter und die Nachbarin auch. Die Freundin, die Kollegin und der Hund ebenfalls. Wenn dann noch ein bisschen Zeit vom Tag übrigbleibt (was so gut wie nie der Fall ist), dann dürfen auch Mütter sich mal setzen. Mit schlechtem Gewissen: „Man muss ja noch was schaffen“.

Mütter haben nie Feierabend.

Sie arbeiten 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 356 Tage im Jahr. Ununterbrochen. Bis sie eine Krankheit befällt, die sie aber tapfer überspielen. Es muss ja schließlich einer die Kinder hüten.

Ständig dreht sich das Gedankenkarussell. Es wird organisiert, geplant, gekocht, geputzt, geräumt, gespielt, gesungen, getröstet und geweint. Eine schier unmenschliche Aufgabe.

Wie soll eine Person dies alles allein bewältigen?

In unseren Breitengraden und unserer heutigen Gesellschaft fehlt Familien und besonders Müttern die Unterstützung. Finanziell und sozial. Doch als wäre das noch nicht genug, setzen sie sich selbst noch besonders gegenseitig unter Druck. Wie kann es sein, dass Mütter sich lieber gegenseitig überbieten wollen und zeigen müssen, wie weit ihre Kinder schon entwickelt sind als sich zu verbünden und gegenseitig unterstützen? Die ungeschönte Wahrheit zeigen. Dass es eben nicht möglich ist, die Wohnung oder das Haus immer blitzblank und hygienisch einwandfrei sauber zu halten. Dass es nicht geht, immer Bio und natürlich frisch zu kochen. Das nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Nein. Es gibt sie nicht, die perfekte Familie. Und auch nicht die perfekte Frau und Mutter.

Es ist schier unmöglich.

Warum aber halten wir dann an dem Unmöglichen fest?

Warum laufen wir auf dem Zahnfleisch und wahren nach außen hin den Schein?

Wir wollen dazu gehören. Teil der Gesellschaft sein. Anerkennung erhalten. Wertschätzung erfahren.

Diese Spannung zwischen Autonomie und Zugehörigkeit begleitet uns ein Leben lang. Schon als Kinder spüren wir den Drang, die Welt mit unseren eignen Augen erfassen und erfahren zu wollen. Eigene Entscheidungen zu treffen. Eigene Fehler machen zu dürfen. Doch wir werden geprägt von Regeln und Normen. Alles im Namen von Erziehung.

Doch Kinder sind abhängig, sie können sich nicht selbst versorgen. Sie sind auf uns angewiesen. Also beugen sie sich unseren Vorgaben. Unterwerfen sich. Weil sie dazu gehören wollen und uns brauchen. Dort also beginnt schon der Teufelskreis zwischen eigener Wahrnehmung und Außensteuerung.

Ich höre schon den Einwurf: „Aber wir leben doch in einer Gesellschaft. Wir brauchen Regeln.“ Sicherlich brauchen wir das.

Doch die Frage, die wir uns stellen sollten, ist doch – zu welchem Preis? Und in welchem Ausmaß? Muss ich meinem Kind zuhause etwas verbieten, das mir persönlich völlig schnuppe ist, nur weil ‚man‘ es so macht? Muss mein Kind die Hand geben, wenn es das partout nicht möchte? Muss mein Kind zur Frühförderung, damit es den Erziehern nicht mehr zur Last fällt und lernt, sich ‚normal‘ zu verhalten?

All diese Entscheidungen haben einen Einfluss darauf, welches Selbstbild wir bekommen. Wie wir aufwachsen. Wie du und ich uns als Frauen sehen. Als Mütter. Als Partnerinnen. Als Töchter.

Wenn es mir vorgelebt wurde und ich immer gelernt habe, dass Frauen kochen und den ganzen Haushalt schmeißen, dann werde ich das selbst in den allermeisten Fällen dies auch so tun. Auch wenn ich es vielleicht gar nicht will. Wenn ich gelernt habe, Kindererziehung sei anstrengend, dann wird es das auch sein. Selbsterfüllende Prophezeiungen. Diese Erfahrungen sind alle unterbewusst gespeichert und prägen uns.

Doch was soll ich nun tun?

Jammern? Den Kopf in den Sand stecken? Glauben, dass ich alles allein lösen muss? Im außen nach Anerkennung für meine Leistung betteln?

Nein.

Es steckt in dir.

Du hast die Wahl.

Immer.

Du hast die Wahl, dich zu entscheiden. Wie du dich selbst siehst. Welchen Weg du gehen möchtest.

Was ist dein Selbstbild?

Ich persönlich habe lange geglaubt, dass ich für alles verantwortlich bin. Und sein wir mal ehrlich, seit mein Großer geboren ist, habe ich alles an mich gerissen. Angefangen von der Essenszubereitung über die Schlafbegleitung bis hin zu den Aktivitäten am Wochenende. Natürlich war ich zu Beginn viel allein. Und ja, mein Sohn und ich wurden ein eingespieltes Team. Das konnte der Papa gar nicht verhindern, wenn er tagsüber arbeiten war. Doch ich glaubte auch lange genug, dass ich es sowieso besser weiß. Ich kenne doch schließlich unseren Sohn besser. Ich weiß, was er braucht.

Ich glaube, dass wir Frauen es unseren Männern auch manchmal schwer machen.

Kannst du loslassen und deinen Mann das Bad so putzen lassen, wie er es für richtig hält? Oder gibst du ihm genaue Anweisungen, wie er es zu tun hat? Kannst du deinen Mann einkaufen lassen oder hast du ihm den Einkaufszettel schon vorgeschrieben, weil du ‚weißt‘, dass er sowieso die Hälfte vergisst? Kannst du deinen Mann die Wochenendplanung überlassen oder weißt du schon ganz genau, was ihr tun wollt? Kannst du deinen Mann die Spülmaschine so einräumen lassen, wie er es für richtig hältst oder räumst du sie dann sowieso nochmal um?

Ich nicht. Ich ertappe mich oftmals dabei, vieles im Kopf schon genau geplant zu haben. Und 100 Lösungsmöglichkeiten, wenn irgendwas nicht passt. Das Loslassen fällt mir schwer.

Und dann kommen die Vorwürfe. „Du hilfst mir nicht. Immer muss ich alles allein machen. Nicht mal den Müll bringst du heraus.“ Und so weiter.

Dabei möchte ich doch einfach nur mal hören: „Danke Schatz. Ich sehe, was du heute alles geschafft hast.“ Eine Art von Anerkennung. Wertschätzung für meine Arbeit. Ob ich nun zuhause bin und die Kinder allein versorge oder berufstätig bin und den Laden dazu noch schmeiße. Völlig egal. Jede Frau und Mutter hat es verdient, eine Wertschätzung zu bekommen.

Doch ist es vielleicht auch möglich, mir selbst Wertschätzung zu geben? Und mich dazu noch zu hinterfragen, ob ich denn auch bereit bin, bestimmte Gewohnheiten loszulassen? Und lieber die Zeit zu nutzen, die entstehen kann? Für mich ganz allein? Den Partner oder die Kinder die Spülmaschine einräumen zu lassen. Den Boden zu fegen. Ganz egal. Und nicht dabei zu denken: „Jetzt muss ich es ja doch noch einmal alles selbst machen.“

Dann brauch ich mich auch nicht beschweren.

Was also tun?

Bei dir anfangen.

Du bist der Schlüssel.

Immer.

Wenn du dich entscheidest, von deinen Gewohnheiten, deinen bisherigen Erwartungen und deinem Selbstbild Abschied zu nehmen, brauchst du keine Anerkennung und Wertschätzung mehr im Außen. Dann kannst du es dir selbst geben. Weil du selbst weißt, wie wertvoll du bist und was du Großartiges leistest. Und weil du für dich einstehen kannst. Du wirst loslassen und abgeben können und dadurch Freiheit für dich gewinnen. Du wirst Dinge einfordern, weil du selbst klar bist. Du wirst delegieren, aber nicht herrschen.

DU hast die Wahl.

Welche Entscheidung triffst du?

Was denkst du momentan über dich und deine Rolle als Frau? Als Mutter? Als Partnerin? Wie sind deine Gedanken und welche Erwartungen hast du? Hinterlasse mir gern einen Kommentar.

Alles Liebe

Claudia

Jammerst du noch oder relaxt du schon?

Die Glückszeit. Für dich. Für dein Kind.

Entspannung. Auf einer Insel im Pazifik mit kühlen Drinks, Sonnenschein und ganz viel Ruhe. Purer Luxus und nur Verwöhnen. Erlebst du das auch täglich?

Nein? Gut, dann geht’s dir genauso wie mir. Stattdessen verbringe ich momentan viel Zeit damit unsere Wohnung vor dem größten Chaos zu bewahren, Essen zu kochen, die Kinder zu betreuen, die Wäsche zu waschen und mich selbst noch etwas fortzubilden. An manchen Tagen fall ich abends in Bett und frage mich, wo bin ich denn heute eigentlich geblieben? Hab ich eine Pause für mich gehabt?

Doch was heißt eigentlich Pause?

Pau·se:
kürzere Unterbrechung einer Tätigkeit, die der Erholung, Regenerierung o. Ä. dienen soll

Eine kürzere Unterbrechung? Genau das. Doch oftmals schwebt in unseren Köpfen ein bestimmtes Bild von Pause: Am liebsten auf der Couch sitzend, ungestört und voller Ruhe – am besten ne Stunde lang.

Mit Kindern ist so eine Zeitspanne undenkbar. Aber auch nicht notwendig. Denn laut Definition reicht schon eine kurze Auszeit. Wenn wir sie auch als solche bewusst wahrnehmen. Mir persönlich passiert es ganz oft, dass ich in Gedanken schon die nächsten Schritte, die nächsten Erledigungen plane anstatt mich auf den Moment zu konzentrieren.

Was kann ich also tun?

Den Moment wahrnehmen und mit allen Sinnen erfahren. Um das zu üben, stell dir einen Wecker. Auf fünf oder 10 Minuten.

Quelle: pexels.com

Setz dich dann hin. Oder bleib stehen. Lauf umher. Leg dich hin. Es ist ganz gleich und unbedeutend. Trink eine Tasse Kaffee oder Tee. Iss ein Stück Schokolade. Schau dir ein scjönes Bild oder ein Foto an. Streichel deine Katze oder nimm einen Igelball in die Hände. Hör deine Lieblingsmusik. Tanz. Sing. Genieß die Stille. Atme.

Ganz egal was du tust. Sei bewusst mit deiner Aufmerksamkeit auf die Sache konzentriert.

Ein Beispiel mit Tee: Fühl die Wärme, riech den Duft, betrachte die Farbe, schmecke das Aroma, hör das Wasser beim Aufgießen. Nimm bewusst den ersten Schluck.

Und ich weiß aus eigener Erfahrung, welche Herausforderung es mit kleinen Kindern ist, den eigenen Tee noch warm zu trinken.

Quelle: pexels.com

Doch wenn du einen Tee trinken willst, dann tu es bewusst. Wenigstens einmal am Tag. Und du wirst merken, dass die restlichen Dinge auf deiner To Do Liste 5 Minuten warten können. Und auch ein kleines Kind kann mithilfe einer Sanduhr oder eines Weckers gezielt verstehen, jetzt ist Mama’s Glückszeit und du bist im Bereich Selbstfürsorge ein großes Vorbild.

Wenn du etwas geübter bist, kannst du diese kleinen Momente immer wieder und überall nutzen. Wenn dein Kind versonnen im Garten einen Käfer beobachtet, wenn es in ein Spiel vertieft ist oder ihr gemeinsam einen Kuchen backt. Sei wachsam wie ein neutraler Beobachter und versuch mit verschiedenen Sinnen wahrzunehmen. Was hörst du? Was siehst du? Was riechst du? Was fühlst du? Was schmeckst du?

Was wirst du heute noch in deiner Glückszeit machen und bewusst genießen?

Herzlichst deine Claudia

Quelle: pexels.com

…Beim nächsten Mal erzähl ich dir dann mehr über die Glückszeit deines Kindes.

Glückszeit für dein Kind

Oder wie ihr Zwei eine schöne Zeit miteinander habt

Nachdem ich dir schon erzählt habe, wie du deine Glückszeit mithilfe einer Sanduhr und mehr Bewusstsein in deinen Tag integrieren kannst, möchte ich mit dir heute diese Idee auf dein Kind übertragen.

Natürlich wird dein Kind nicht sagen: „Mama; ich brauch jetzt 5 Minuten in denen ich in Ruhe meinen Tee trinken kann.“ Aber auch dein Kind benötigt etwas bestimmtes um seine Energiespeicher aufzufüllen:

Deine Zeit und volle Aufmerksamkeit.

Und genauso meine ich das auch. Denn ich gehe davon aus, dass du viel Zeit mit deinem Kind verbringst – aber was tust du noch nebenbei? Bist du vollends mit deiner Tätigkeit und deinen Gedanken bei deinem Kind? Oder planst du in Gedanken den nächsten Einkauf, das Abendessen, welche Wäsche du noch in die Waschmaschine stecken oder aufhängen musst? Schaust du auf dein Smartphone oder schreibst du ’nur mal eben schnell‘ noch eine Nachricht? Checkst noch deine Emails?

Versteh mich nicht falsch – all dies ist völlig in Ordnung. Dein Leben soll und muss sich nicht in jeder Minute um dein Kind drehen. Wir alle haben Verpflichtungen oder wollen bestimmte Dinge erledigen. Doch darum geht es auch nicht. Sondern darum, deinem Kind deine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Es spürt ziemlich deutlich ob du bei der Sache bist oder nicht.

Wie also kann es gehen?

Quelle:pexels.com

Nutze auch hier symbolisch die Sanduhr. Oder stelle einen Wecker. Dann kündige deinem Kind an, dass du nun 15 Minuten (oder mehr oder weniger) nur mit deinem Kind nach seinen Vorstellungen spielst und seine Glückszeit beginnt. Lass dich von deinem Kind führen und tauche ein in eine neue Welt. Versuche all die anderen Gedanken wie „Ich muss … noch tun/erledigen“ aus deinem Kopf zu streichen und ganz bei deinem Kind zu sein. Dein Kind wird dich spüren und dankbar sein. Versuche dabei Geschehnisse nicht zu hinterfragen und das Wort Nein möglichst zu vermeiden.

Klingelt der Wecker oder ist die Sanduhr durchgelaufen, beende mit deinen Worten diese Zeit und kündige einen neuen Termin dafür an. Wenn du wahrhaftig bei deinem Kind war, hat es seinen Energiespeicher aufgefüllt und kann ein paar Minuten für sich spielen. Dann kannst du dich anderen Dingen widmen. Deinem Tee zum Beispiel.

Am Besten wiederholst du die Glückszeit regelmäßig .

Es wird eure Beziehung stärken. Du lernst durch dein Kind mehr im Hier und Jetzt zu sein. Es füllt Energiespeicher auf. Du verstehst dein Kind besser. Du tauchst in seine Gedankenwelt ab.

Die Glückszeit kann selbstverständlich auch einen anderen Namen bekommen, wenn du magst. Und die zeitlichen Abstände können variieren. Wie es für euch gut passt.

Wenn du jetzt denkst, mit einem Kind ok; aber mit zwei oder mehreren Kindern geht das nicht. Das stimmt je nach Alter deiner Kinder – zumindest nicht allein. Dann such dir Unterstützung: dein Mann, die Oma, die Nachbarin passt in der Zeit auf das andere Kind auf und dann wird gewechselt.

Denn alle Kinder wollen exklusive Glückszeit mit Mama oder Papa.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und ganz viele neue Erkenntnisse. Was hast du bei dir und deinem Kind festgestellt?

Herzlichst,

Claudia

Quelle:pexels.com